Was ist Chemie?
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©stu2006/07/10 (last update)

Chemie ist die Wissenschaft von allen Stoffen, ihren Eigenschaften und Reaktionen. 
Es gibt nicht "natürliche" und "chemische" Stoffe, es gibt allerdings Stoffe, die in der Natur vorkommen und Stoffe, die synthetisch ("künstlich") hergestellt werden. Viele Naturstoffe lassen sich auch synthetisch herstellen:

Vanillin lässt sich aus der Vanilleschote gewinnen oder synthetisch herstellen. Synthetisches Vanillin ist derselbe Stoff wie das Vanillin aus der Vanilleschote und hat dieselben Eigenschaften.
Aus dem Text von der Rückseite der Packung:


Vanillin

Bevor es Aspirin gab, verwendete man gegen Fieber und Schmerzen die Salicylsäure. Sie kommt unter anderem in der Spierstaude und in Kamillenblüten vor. Salicylsäure wird von Magen und Darm schlecht vertragen. Lässt man sie mit Essigsäure reagieren, so entsteht "Acetylsalicylsäure" - der Wirkstoff von Aspirin und vielen anderen Medikamenten. Dieser Stoff hat weniger unerwünschte Nebenwirkungen als die Salicylsäure.

Salicylsäure
 
 


Acetylsalicylsäure


Aus dem Text von der Rückseite der Packung:

Eine Tablette enthält: Acetylsalicylsäure (ASS) 500 mg


Woraus bestehen Traubenzucker-Bonbons? Ein kurzer Ausflug in die Lebensmittelchemie:

Traubenzucker (Glucose) hat einen tollen Ruf als Energiespender.
Traubenzucker mit Vitamin C

Zutaten:

Traubenzucker, Erdbeerfruchtpulver, Vitamin C (300mg/100g), 
Säuerungsmittel: Zitronensäure, 
naturidente Aromen, 
natürlicher Farbstoff (E162) 

Inhalt 45 g

Enthält 500% der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin C 
je 100 g
Brennwert 1544 kJ/368 kcal
Eiweiß 0,0 g
Kohlenhydrate 89,9 g
Fett 1,2 g
Vitamin C 300 mg
Gewonnen wird Glucose aus Stärke (einem Bestandteil von Getreide, Mais, Kartoffeln, etc.). 
Erdbeerfruchtpulver wird durch Trocknen von Erdbeeren hergestellt. 
Vitamin C wird synthetisch (künstlich) aus Glucose hergestellt. 
Die Zitronensäure wird mithilfe eines Schimmelpilzes aus den Resten der Zuckerherstellung gewonnen. 
Naturidente Aromen sind ganz gleich wie Naturstoffe, werden jedoch synthetisch hergestellt (wie das Vanillin). 
Der Farbstoff E 162 wird aus Roter Bete mit Wasser herausgelöst.

Chemische Formeln sehen auf den ersten Blick ziemlich kompliziert aus. Bei Arznei- und Lebensmitteln, Kunst-, Farb- und Treibstoffen handelt es sich auch meist um ziemlich komplizierte chemische Formeln.
Die meisten Stoffe sind Verbindungen des Elementes Kohlenstoff und werden in der "Organischen Chemie" behandelt. Organische Stoffe haben einen niedrige Schmelz- und Siedepunkt, sind meist brennbar oder verkohlen beim Erhitzen (das passiert auch manchmal im Backrohr oder im Kochtopf).

Zu Beginn beschäftigt sich der Chemie-Unterricht meist mit "Anorganischer Chemie"

Anorganische Stoffe sind z. B. Wasser, Sauerstoff-, Schwefel-, Stickstoff-, Phosphor- und Chlorverbindungen, sowie die Metalle und ihre Verbindungen. Dazu gehören Stoffe wie Salzsäure, Schwefelsäure, Natronlauge, Kalk und Gips, Luftschadstoffe, Salze, Mineralien, etc. 

Formeln und Reaktionen der anorganischen Chemie sind für den Anfänger leichter zu durchschauen.


In den ersten Kapiteln beschäftigen wir uns mit den Stoffveränderungen, der Trennung von Stoffen und den Stoffeigenschaften.

Übungsfragen:
1) Wieviele Bonbons muss man essen, um den täglichen Bedarf an Vitamin C zu decken, wenn in der Packung 45 Bonbons sind? 
2) Was bedeutet "synthetisch"?
3) Sind "Naturstoffe" harmloser als künstlich hergestellte Stoffe?
4) Was sind "naturidente" Stoffe?

Lösungen und Antworten
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