Eigenschaften der Kunststoffe - Recycling
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©stu2010/10/13

PolyEthen und PolyPropen  "Polyethylen", "Polypropylen"

Eigenschaften Verwendung Entsorgung
- im warmen Zustand 
  verformbar (thermoplastisch) 
- ziemlich gasdurchlässig
- vor allem für Verpackung 
- z.B. Tragtaschen, Folien 
- Becher für Streichkäse
- auf Deponie neutral 
- verbrennen (in geeigneten 
  Anlagen) rückstandsfrei 
  zu CO2 und H2
- haben gleichen Heizwert 
  wie Heizöl

PolyStyrol "Styropor" 

PS wird ungeschäumt vor allem für Verpackungszwecke eingesetzt (Joghurtbecher, Käsebecher, Obstbecher, Küchengeräte, Einweggeschirr, etc.). 
PS kann allerdings auch geschäumt werden: 

"Styropor" etc. wird aus PS-Kügelchen hergestellt, in die Kohlenwasserstoffe mit niedrigem Siedepunkt (z.B. Pentan) eingearbeitet sind. Wenn diese Kügelchen in einer Form erhitzt werden, dann wird das PS weich und das Pentan verdampft. Durch die Gasbläschen blähen sich die Kugeln auf und kleben zusammen.

Dieses Material wird zur Isolierung von Gebäuden und Kühlschränken verwendet, sowie für Verpackungszwecke. Abgesehen von seinem großen Volumen ist es leicht zu entsorgen, es ist ebenso leicht zu verbrennen wie PE und PP. 

Klebstoff - Experiment

Hast Du schon einmal eine "Nitroverdünnung" in einen Joghurtbecher (PS) gegeben, um darin einen Pinsel auszuwaschen? Dann hast Du sicher gemerkt, dass der Becher geschrumpft und die Nitroverdünnung ausgeflossen ist. Wenn das Lösungsmittel verdampft ist, wird der Kunststoff wieder fest. 

Oder hast Du schon einmal probiert Styropor (PS) mit "Uhu-Alleskleber" (gelb) zu kleben? 
Gib Uhu auf ein Stück "Styropor" und Du wirst sehen, wie der Klebstoff das Styropor auflöst. PS löst sich in vielen organischen Lösungsmitteln. 

Viele Klebstoffe bestehen aus einem Kunststoff, der in einem schnell verdunstenden Lösungsmittel gelöst ist. An der Luft verdunstet das Lösungsmittel und der Kunststoff wird fest. Wenn man Glück hat, klebt er dann auch. 


PolyVinylChlorid - "PVC"

Der Ausgangsstoff für die Herstellung von PVC ist krebserregend. PVC besteht zu über 50% aus Chlor, bei der Verbrennung entsteht aus einem kg PVC ca. 1/2 kg HCl-Gas. In kleinen Mengen entsteht auch das hochgiftige Dioxin (siehe CKW). 
Für die Verpackung empfindlicher Güter ist PVC jedoch die beste Alternative, da es besonders gasdicht ist (z. B. Blutkonserven). Die Verwendung für Abwasserrohre und Kunststoff-Fenster ist unbedenklich, da dies langlebige Produkte sind, von denen keine Gefahr ausgeht. 
PVC im Müll: Auf Mülldeponien passiert mit PVC nichts, die bei der Müllverbrennung entstehenden giftigen Gase können in modernen Müllverbrennungsanlagen unschädlich gemacht werden. Dioxin in den Abgasen kann vermieden werden, HCl kann mit einer Lauge neutralisiert werden: 

NaOH + HCl => H2O + NaCl 

Allerdings fällt bei der Herstellung von NaOH Chlor-Gas an, aus dem zum Teil wiederum PVC hergestellt wird. 
 
Ein Problem bei Weich-PVC, das auch zur Herstellung von Kinderspielzeug verwendet wird, sind die "Weichmacher". Bestimmte Weichmacher (Phthalate) stehen unter dem Verdacht Leber- und Nierenschäden zu verursachen. Derartige Stoffe wurden bei einer Untersuchung  im Jahr 1999  in 15 von 56 Produkten für Kleinkinder gefunden, obwohl sie in Österreich verboten sind.
 


Nachweis von PVC: Die Beilstein-Probe

Bringt man eine Kunststoff-Probe auf einem Kupferblech in die Flamme des Bunsenbrenners, so färbt sich die Flamme in Gegenwart von PVC grün
Dieser Versuch funktioniert sehr gut mit alten schwarzen Schallplatten.


PolyTetraFluorEthen - "Teflon" 

Eigenschaften Verwendung Entsorgung
- hält  besonders hohen Temperaturen stand (auf Dauer bis 260°C)
- (über 400°C) zersetzt es sich unter Bildung äußerst giftiger Stoffe
-  zur Beschichtung von Bratpfannen, Laborgeräten und anderen Apparaten
- für wartungsfreie Lager (z.B. in Skibindungen) und Dichtungen
- für hochwertige Fasern ("Goretex")
- auf Deponie neutral
- bei Müllverbrennung müssen giftige Abgase unschädlich gemacht werden (siehe PVC)

Kautschuk - Gummi

Naturkautschuk und synthetischer Kautschuk sind sehr ähnlich gebaut, sie bestehen aus Polyisopren (siehe "Riesenmoleküle 1"). 
Trotzdem gibt es einige Anwendungen, für die Naturkautschuk besser ist. 
Naturkautschuk wird aus dem Saft der Rinde (Latex) tropischer Bäume gewonnen. Synthetischer Kautschuk wird aus "Isopren" hergestellt (siehe "Riesenmoleküle 1") 
Aus Kautschuk stellt man durch "Vulkanisieren" Gummi her, dabei erlangt der Kautschuk seine Elastizität. 
Vulkanisieren: Kautschuk wird mit Schwefel erhitzt, dabei bilden sich zwischen den kettenförmigen Molekülen Schwefel-Brücken, die den Gummi elastisch machen. Durch die Menge an Schwefel kann die Härte bestimmt werden.

Recycling von Kunststoffen

Verbrennung ("thermische Verwertung"): Dabei werden andere Energieträger eingespart, wichtig ist eine optimale Abgasreinigung.
Stoffliche Wiederverwertung: Neuen Kunststoff kann man nur herstellen, wenn der alte Kunststoff sortenrein gesammelt wird.
Gewinnung von erdölähnlichen Stoffen und Gasen: Ist möglich, aber bei den derzeitigen Erdölpreisen nicht wirtschaftlich.
Deponieren (vergraben): Ist umweltneutral, aber nicht sinnvoll, da durch Verbrennung Energie und Deponieraum gespart werden kann.

"Kunststoffe 1"
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